DB Systel: Deutsche Bahn will Homeoffice einschränken
Die Deutsche Bahn plant, den Umfang von Arbeit im Homeoffice zu reduzieren. Das bestätigte ein Konzernsprecher auf Anfrage des Spiegel (Paywall)(öffnet im neuen Fenster). "Grundsätzlich hat sich der Konzernvorstand mit einer stärkeren Büropräsenz befasst und das Ziel bekräftigt, die gemeinsame Arbeit vor Ort wieder auszuweiten", sagte er.
Und: "Mehr Präsenz stärkt die Zusammenarbeit, erleichtert den Austausch und hilft, schneller Entscheidungen zu treffen." Die Bahn wolle zudem "ihre Büroflächen besser auslasten und dauerhaft nicht benötigte Flächen reduzieren".
Unter anderem sollen in der Zentrale in Berlin künftig offenbar wieder drei Tage Anwesenheitspflicht gelten – eine Vorgabe, die die Regionaltochter DB Regio bereits einführte. Derzeit ist konzernweit ein Tag pro Woche vorgegeben, an dem sich Teams persönlich treffen sollen.
DB Systel, der IT-Dienstleister der Bahn, gehört zu den ersten, die das Homeoffice umgesetzt haben. Berufe wie Software-Architekten, Cloud-Ingenieure, Data Scientists und Scrum Master arbeiten meist oder fast vollständig remote. Weitere Homeoffice-Bereiche sind Personalwesen (HR), Controlling, Finanzen, Recht, Einkauf und Marketing/Kommunikation, die häufig im hybriden Modell mit zwei bis vier Tagen Homeoffice pro Woche arbeiten.
Auch Trassen- und Netzplaner, Bauingenieure in der Entwurfsphase, Umweltplaner sowie Projektmanager für die Generalsanierung arbeiten für Dokumentation, Modellierung (BIM) und Abstimmungen überwiegend vom Schreibtisch aus.
Zwei von drei DB‑Beschäftigte können nicht ins Homeoffice
Für den Gesamtkonzern habe der Vorstand noch keine Entscheidung getroffen, so der Sprecher. "Zunächst vertieft er den Austausch mit den Konzerngesellschaften, um das weitere Vorgehen festzulegen." Er betonte, dass die Regelungen eine Minderheit der Belegschaft beträfen: "Zwei von drei DB‑Mitarbeitern stellen sich diese Fragen nicht, denn sie halten seit jeher täglich vor Ort das Eisenbahngeschäft für unsere Kundinnen und Kunden am Laufen."
Unter potenziell Betroffenen führen die Ankündigungen indes zu Unmut. Bislang seien sie davon ausgegangen, dass die während der Coronapandemie ausgeweiteten Möglichkeiten für Arbeit aus dem Homeoffice fortbestehen, sagte ein Arbeitnehmervertreter.
"Man hat nach Corona verpasst zu sagen: Die Übung ist beendet." Zudem bestehe der Verdacht, dass die Bahn im Zuge ihres Sanierungskurses bestimmte Jobs absichtlich unattraktiver mache. "Wenn ohnehin Stellen abgebaut werden sollen, ist das natürlich ein probates Mittel."
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