Elektromobilität: Tesla bringt den Semi nach Europa
Tesla hat technische Daten(öffnet im neuen Fenster) für die europäische Ausführung des elektrischen Sattelzugs Semi veröffentlicht. Das Fahrzeug wurde als reiner Akku-Lkw entwickelt und nutzt eigene Entwicklungen bei Batterie, Software und Antriebsstrang. Vom 15. bis zum 20. September zeigt das Unternehmen den Lkw auf der IAA Transportation(öffnet im neuen Fenster) in Hannover, nach einem Pressetag am 14. September.
Nach Herstellerangaben verbraucht der Semi im Betrieb geschätzt eine Kilowattstunde pro Kilometer und erzielt eine Reichweite von rund 550 Kilometern. Drei unabhängige Elektromotoren an den Hinterachsen liefern eine Leistung von bis zu 800 kW. Das Gesamtzuggewicht beträgt 40 Tonnen, während das Leergewicht unter 9.100 Kilogramm liegt. Zudem ist ein elektrischer Nebenabtrieb mit bis zu 25 kW integriert. Nach Angaben des Herstellers stellt der Antrieb sofortiges Drehmoment für das Einfädeln sowie für Steigungen bereit und reduziert Lärm sowie Vibrationen gegenüber Dieselmotoren.
Leistungsdaten im Vergleich zur Konkurrenz
Bei der Reichweite ordnet sich der Semi mit 550 Kilometern somit zwischen dem Mercedes-Benz eActros 600(öffnet im neuen Fenster) mit 500 Kilometern und Modellen von Volvo(öffnet im neuen Fenster) mit 700 Kilometern sowie MAN(öffnet im neuen Fenster) mit bis zu 720 Kilometern ein. Die Antriebsleistung von 800 kW übersteigt die bisherigen Angaben der Wettbewerber, während das Gesamtzuggewicht von 40 Tonnen unter den 44 bis 48 Tonnen von Mercedes und Volvo liegt. Wettbewerber wie Mercedes, MAN und Scania liefern ihre Elektro-Lkw in Europa allerdings bereits aus oder nehmen Bestellungen entgegen. Die ersten Auslieferungen des Semi an europäische Kunden plant Tesla hingegen erst für das Jahr 2027.
Einen konkreten Preis für die europäische Version nennt Tesla bislang nicht. In den USA verlangt der Hersteller 260.000 US-Dollar für die Standard-Range- und 290.000 US-Dollar für die Long-Range-Version. Ein europäischer Listenpreis lässt sich daraus wegen abweichender Steuern und Spezifikationen nicht ableiten.
Auch bei der Konkurrenz ist die Preislage größtenteils unklar. Weder Mercedes-Benz Trucks noch Volvo Trucks oder MAN haben für ihre Elektro-Lkw einen offiziellen Listenpreis veröffentlicht. Für den eActros 600 kursiert eine Schätzung von mindestens 250.000 Euro(öffnet im neuen Fenster), teils aber auch von 340.000 Euro. Eine Herstellerbestätigung dafür gibt es aber nicht. Ein belastbarer Preisvergleich zwischen Tesla Semi und der europäischen Konkurrenz lässt sich damit aktuell nicht ziehen.
Kostenstruktur und Ladeinfrastruktur
Tesla begründet die Wirtschaftlichkeit des Lkw mit geringeren Stromkosten pro Kilometer und dem Entfall von Abgasnachbehandlungssystemen. Ferndiagnosen sowie Software-Updates über die Mobilfunkverbindung sollen Ausfallzeiten verringern. Zur Energieversorgung setzt der Hersteller auf das eigene Megacharger-Netzwerk. Die Ladestationen laden den Akku bei einer Ladeleistung von bis zu 800 kW innerhalb von 30 Minuten um bis zu 60 Prozent der Reichweite auf.
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