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KI-Effekt: Shopify setzt wieder auf native Apps

React Native hat bei Shopify ausgedient. Fortschritte beim KI-Coding ermöglichen die Rückkehr zur nativen Entwicklung mobiler Apps.
/ Przemyslaw Szymanski
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Logo von Shopify (Symbolbild) (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Logo von Shopify (Symbolbild) Bild: Sean Gallup/Getty Images

Shopify will seine mobilen Apps künftig wieder nativ für iOS und Android entwickeln. Das geht aus einem Beitrag(öffnet im neuen Fenster) im Entwicklerblog des E-Commerce-Anbieters hervor. Für die iOS-Versionen setzt Shopify dabei auf Swift, für Android auf Kotlin.

Dabei hatte Shopify React Native erst 2020 zur bevorzugten Technik erklärt. In den folgenden fünf Jahren stellte das Unternehmen sämtliche Apps auf das von Meta entwickelte Framework um. Große Teile des Codes ließen sich dadurch für iOS und Android gemeinsam verwenden. So sank der Aufwand, neue Funktionen parallel für beide Plattformen bereitzustellen.

KI senkt den Aufwand für iOS und Android

Noch im Januar 2025 bezeichnete Shopify(öffnet im neuen Fenster) den eingeschlagenen Weg als erfolgreich. Inzwischen können Coding-Agenten nach Unternehmensangaben jedoch eine Android-Funktion anhand der iOS-Version umsetzen und auch in der umgekehrten Richtung arbeiten. Zudem helfen sie Entwicklern dabei, sich schneller in der jeweils anderen Plattform zurechtzufinden. Damit hat sich eine zentrale Voraussetzung für den Einsatz von React Native verändert.

Dass Shopify seine Strategie erneut ändert, kommt angesichts seines KI-Kurses nicht überraschend. Das Unternehmen setzt seit 2021 große Sprachmodelle in der Softwareentwicklung ein und verwendet neben Claude Code auch Werkzeuge anderer Anbieter.

Wie konsequent der Konzern dabei vorgeht, machte Engineering-Chef Farhan Thawar gegenüber dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) deutlich. Er bevorzuge besonders leistungsfähige KI-Modelle. Einsparungen durch kleinere Systeme könnten durch zusätzlichen menschlichen Aufwand schnell wieder verloren gehen. Auch höhere Tokenkosten seien für ihn zweitrangig, wenn die Entwickler mit den Modellen schneller vorankämen.

Shopify setzt auf vollständige Neuentwicklung

Für den Wechsel will Shopify die bisherigen Apps nicht schrittweise umbauen. Stattdessen sollen vollständig neue Versionen entstehen. Wie schnell das mit Unterstützung der Coding-Agenten möglich ist, zeigt die Shop-App für Käufer. Vom ersten Prototyp bis zur Veröffentlichung vergingen nach Unternehmensangaben zwölf Wochen.

Als Nächstes wird die deutlich umfangreichere Shopify-App für Händler neu entwickelt. Sie umfasst mehr als 300 unterschiedliche Bildschirmseiten und soll noch 2026 erscheinen.

Beim Neubau soll das eigens entwickelte System Helix die Qualität der KI-Arbeit sichern. Ein Entwickler gibt ihm eine Bildschirmseite der bisherigen App vor. Helix zerlegt deren Nachbau anschließend in mehrere kleine Aufgaben.

Nach jedem Schritt wird geprüft, ob die neue Seite funktioniert und optisch der bisherigen Version entspricht. Zusätzlich folgen zwei Codekontrollen und die Freigabe durch einen Menschen. Erst dann fährt Helix fort. Auf diese Weise will Shopify sicherstellen, dass nur geprüfter und wartbarer Code übernommen wird.


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